Die Klarinette


Die Klarinette ist eines der jüngeren Holzblasinstrumente mit einfachem Rohrblatt und zylindrischer Bohrung. Wenn man allgemein von Klarinette spricht, ist meistens die B-Klarinette. Die B-Klarinette wird in den meisten Fällen von Anfang an im Unterricht eingesetzt. Ebenso ist die B-Klarinette in der Blasmusik die weit verbreitetste. Oft wird auch die A-Klarinette gespielt, dies in der „klassischen“ Literatur. So gibt es viele wichtige und schöne Werke, welche für A-Klarinette geschrieben wurden. (Mozart Klarinettenkonzert in A-Dur, Schumann; Fantasiestücke, Nielsen; Klarinettenkonzert, usw. um nur einige zu nennen)

Es gibt aber eine ganze Klarinettenfamilie von sehr klein und hoch - der Es-Klarinette (50 cm) über B-, A-, Alt-, Baß- bis zu Kontrabassklarinette (ca. 2,70 Meter lang). Die weitaus verbreitetste B-Klarinette ist etwa doppelt so gross wie eine Blockflöte. Sie besteht aus mehreren Teilen, meistens aus schwarzem Grenadill-Holz mit versilberten Klappen Das Instrument hat ein breites Mundstück mit aufgebundenem oder aufgeschraubtem Blatt. Darüber hinaus ist die Klarinette auf der gesamten Länge, ausser dem Trichter, gleich stark, hat also eine zylindrische Bohrung (im Gegensatz den meisten anderen Blasinstrumenten). Der Tonumfang der Klarinette ist größer als der aller anderen Blasinstrumente, denn dank der zylindrische Bohrung überbläst die Klarinette in die Duodezime. Alle Instrumente spielen als tiefsten Ton mindestens E - manche noch tiefer - und auf den meisten können auch normale Amateure sicher ein hohes c anspielen. Das sind fast vier Oktaven Tonumfang!
Die Dynamik geht von praktisch unhörbar bis hin zu sehr laut. Die maximale Lautstärke hängt sehr vom Material und vom Musiker ab.

Die Klarinette ist vom Klang und der Technik eines der beweglichsten und vielseitigsten Instrumente überhaupt. Charakteristisch ist ein starker Unterschied im Klang zwischen den verschiedenen Registern und man kann praktisch alle Artikulationen mit ihr spielen, von extrem kurzem Staccato bis zu perfektem Binden der Töne.

Es gibt diverse nationale Stilrichtungen und zum Teil sehr deutliche Unterschiede in der Ansicht, wie eine Klarinette klingen sollte. Entsprechend haben sich auch verschiedene Instrumententypen entwickelt, wobei am bekanntesten die deutsche und die französische Stilrichtung sind. Dabei hat sich zumindest der französische Instrumententyp weltweit durchgesetzt - ausser in Deutschland und Österreich. Die Geschichte der Klarinette beginnt mit ihrer "Erfindung" um 1700: Der deutsche Instrumentenbauer J. C. Denner entwickelte sie, indem er ein sehr einfaches Hirteninstrument, das Chalumeau, durch zusätzliche Tonlöcher um drei Oktaven ausbaute und es so zu einem brauchbaren Instrument verwandelte. Seit etwa 1800 ist die Klarinette im Symphonieorchester, der Volks-, Tanz- und Unterhaltungs- und Militärmusik sowie später dann auch im Jazz verbreitet. Auch heute wird die Klarinette in allen Arten von Orchestern gespielt. Im klassischen Symphonieorchester gibt es meistens zwei bis drei A- und B-Klarinetten, dazu oft noch eine Es- und eine Baßklarinette je nach Bedarf. Blasorchester verwenden die Klarinetten anstelle der hohen Streicher.r. Im Tanz- und Unterhaltungsorchester und der Bigband werden Klarinetten und Saxophone wegen des gleichen Mundstücks und der ähnlichen Technik meistens von den selben Musikern gespielt. Ihre Rolle in der Unterhaltungsmusik gab die Klarinette erst Mitte des 20. Jahrhunderts an das mit ihr verwandte Saxophon ab.


Die Klarinette ist ein junges Instrument, jedoch eines der Vielseitigsten! Die Klarinette kann auch von Jung bis Alt erlernt und gespielt werden. Bei den jüngsten Klarinettistinnen und Klarinettisten ist es wichtig, dass die vorderen Schneidezähne nicht mehr Milchzähne sind. Ansonsten ist nur noch ein wenig Ehrgeiz und regelmäßiges Üben gefragt. So werden auch Sie zur Klarinettistin oder zum Klarinettisten.