Ambisonic

Stellen Sie sich vor, sie sitzen in einem Raum und in diesen Raum projizieren Sie nochmals einen virtuellen Klangraum. Von diesem Raum im Raum aus kann nun an jedem Punkt Klang, ob live oder vorproduziert wieder gegeben und bewegt werden. Sie sitzen also mit der Musik, den Klängen und Geräuschen in einem einzigen Raum. Ambisonic macht genau das möglich. Die dreidimensionale Klangabbildung ermöglicht ganz neue Dimensionen in der Musik und er Beschallung von Räumen. Ein Hörerlebnis welches Sie nur in Konzerten oder Installationen mit Ambisonics erleben können.

Die Raumklangtechnologie Ambisonics wurde in den 1970er Jahren vom britischen Mathematiker Michael Gerzon entwickelt. Ursprünglich handelt es sich um eine besondere Mikrophontechnik, mit der eine mehrkanalige Aufnahme erstellt wird, welche die räumliche Information des Schallfeldes trägt und schließlich über ein Lautsprechersystem derart wiedergegeben werden kann, dass sich der Eindruck dreidimensionalen (periphonen) Hörens einstellt. Das heißt, das Schallfeld wird weitgehend originalgetreu übertragen und virtuelle Schallquellen sind korrekt und präzise lokalisierbar. Für eine solche Aufnahme verwendet man das sogenannte Soundfield Microphone.

Das sogenannte B-Format ist das eigentliche Kernstück von Ambisonics, denn es beschreibt mit seinen vier Kanälen (W, X, Y, Z) die gesamte Dreidimensionalität des Schallfeldes

Zur Wiedergabe wird ein Decoder benötigt, der aus dem B-Format die Signale für die einzelnen Lautsprecher errechnet. Bis hierher wurde noch kein Wort verloren über Anzahl und Aufstellung der Lautsprecher. Tatsächlich handelt es sich hier um eine große Stärke, die Ambisonics gegenüber anderen Raumklangtechniken hat: Man ist an keine fixe Lautsprecherkonfiguration gebunden. Bleibt man innerhalb vernünftiger Grenzen, was Minimalzahl und Symmetrie angeht, ist man frei in der Anordnung der Lautsprecher und kann sie den jeweiligen Gegebenheiten und der Form des Raumes anpassen. Der Decoder benötigt lediglich die genauen Koordinaten eines jeden Lautsprechers. Dadurch, dass das B-Format von der Reproduktion unabhängig ist, kann mit diesem Format
ausgesprochen flexibel umgegangen werden und man spart Speicherplatz (oder Übertragungskanäle),

Virtuelle Räume

Selbstverständlich kann das B-Format auch synthetisch hergestellt werden. Dem Sounddesigner oder dem Komponisten elektroakustischer Musik eröffnet sich damit die Möglichkeit künstliche Räumlichkeiten zu kreieren. Das Verfahren, bei dem ein monophones Schallsignal mit einer Richtungsangabe in ein B-Format überführt wird, nennt man Encodierung. Dadurch ist die Produktion von der Reproduktion getrennt, kompositorisches Arbeiten mit Ambisonics ist im Grunde genommen immer ein zweistufiger Prozess. In der Praxis sieht die Produktion wie folgt aus: Der Ort einer virtuellen Klangquelle wird durch seine Raumkoordinaten festgelegt. Um den Effekt der Bewegung zu erzeugen, ändern sich diese Koordinaten in der Zeit. Zuerst wird der monophone Ursprungsklang aufbereitet, indem gemäß seiner Entfernung die Lautstärke angepasst und ebenso mit einem Tiefpassfilter die Luftabsorption simuliert wird. Dann wird der Klang mit den Koordinaten verrechnet und ins B-Format encodiert.

weitere Informationen zu Ambisonc und Künstlern welche mit Ambisonic arbeiten finden Sie unter: www.icst.net